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TW

TW steht als Abkürzung für:

  • Taiwan (nach ISO 3166-1)
  • Torwart im Mannschaftssport
  • Trans World Airlines (IATA-Code), eine ehemalige US-amerikanische Fluggesellschaft
  • Tarifwechsel
  • Tally Weijl, eine Modekollektion

Tw steht als Abkürzung für:

  • Triebwagen, z. B. in Wagennummern

tw steht für:

  • Taiwan, als Top-Level-Domain
  • Twi (Sprache), nach ISO 639

Präzipitat (Quecksilberverbindung)

Schmelzbares Präzipitat und Unschmelzbares Präzipitat sind gebräuchliche Bezeichnungen für zwei Quecksilber Komplexverbindungen.

Ersteres ist ein Quecksilber(II)-amminkomplex, Diamminquecksilber(II)chlorid [Hg(NH3)2]Cl2,
der entsteht beim Versetzen von Quecksilber(II)- Lösung mit Chloridionen, wenn man Ammoniumchlorid im Überschuss hinzugibt. Dieser Komplex dient zum Nachweis von Quecksilber(II) Ionen. Will man das einwertige Quecksilber nachweisen, so muss dieses zuerst oxidiert werden (z.B. mit konzentrierter Salpetersäure).

Das unschmelzbare Präzipitat ist ein Quecksilber(II)-amidochlorid, [HgNH2]nCln, das sich beim Übergießen von Hg2Cl2 mit Ammoniak bildet und dabei tiefschwarz ist, weil sich zugleich auch feinstverteiltes Quecksilber abscheidet. Hg2Cl2 wird wegen dieser Reaktion auch Kalomel (schönes schwarz) genannt. Auch diese Reaktion ist ein wichtiger Nachweis für Hg22+ Ionen.

Europastraße 77

Die Europastraße 77 ist eine wichtige Nord-Süd-Straßenverbindung, die von Russland über Estland, Lettland, Litauen, Polen und die Slowakei nach Ungarn führt.

Ursprünglich endete die Europastraße im Norden in Danzig, wurde aber 1998 verlängert, http://www.unece.org/trans/doc/1998/sc1agr/TRANS-SC1-AC5-32e.wpd wobei jetzt ein Seeweg zwischen Kaliningrad und Danzig die Straße unterbricht.
Die Straße beginnt im Süden in Budapest und geht nach Vác. Die Route wird in Ungarn von der Autobahn M 2 und der Straße Nummer 2 gebildet und hat eine Gesamtlänge von etwa 70 Kilometern.
In der Slowakei führt die E 77 über die Schnellstraße R 1 und R 3 mit insgesamt 205 Kilometern.
In Polen verläuft die Straße deckungsgleich mit der Landesstraße 7 (droga krajowa 7) über Krakau nach Warschau und endet in Danzig. Dort wird die Straße durch die Ostsee unterbrochen und beginnt in der Oblast Kaliningrad in Kaliningrad. In der Oblast wird die Strecke von der A229, wo sie sich mit der Europastraße 28 deckt, und A216 gebildet.
In Litauen führt die Straße als A12 durch den Ort Šiauliai und kreuzt sich mit der Europastraße 272. In Lettland hat die Straße eine Gesamtlänge von 274 Kilometern und wird von der A8 und A2 gebildet. Letztere führt durch Riga und kreuzt die Europastraßen Europastraße 22 und Europastraße 67. Die sieben Kilometer in Estland werden durch die Straße 7 gebildet.
Den Abschluss bilden 70 Kilometer als A212 in Russland bis Pskow.


Weblinks

  • Tabelle mit Entfernungen und Anschlüssen


Fußnoten

Abschlussprovision

Abschlussprovision ist ein Rechtsbegriff aus dem Maklerrecht. Er bezeichnet die Bezahlung für den Geschäftsabschluss. Provisionen können grundsätzlich fällig werden bei Vermittlung eines Geschäftes (Vermittlungsprovision oder Anzeigeprovision) oder wenn das Geschäft tatsächlich abgeschlossen wird. Die Abschlussprovision steht dem Handelsvertreter oder Handelsmakler zu, wenn das Geschäft durch seinen ursächlichen (kausalen) Beitrag zustandekommt.

Die Abschlussprovision entspricht im deutschen Recht nicht dem Leitbild des Gesetzes. Hier reicht in der Regel der Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss eines Vertrages.

PSV

  • Verordnung zur Sicherstellung des Postwesens (Postsicherstellungsverordnung - PSV)
  • PSV ist die Kurzbezeichnung des Pensionssicherungsvereins auf Gegenseitigkeit, der die Insolvenzsicherung der Pensionsrückstellungen in Deutschland und Luxemburg sichert, siehe: PSVaG
  • PSV ist eine Polysacharidverbindung in der organischen Chemie
  • PSV ist ebenso eine Kurzbezeichnung für den Sportverein PSV Eindhoven
  • PSV kann für Polizeisportverein stehen
  • PSV kann für Postsportverein stehen
  • PSV kann auch für Psychologische Verteidigung stehen
  • im Straßenbau steht PSV für polished stone value

Finanzvertrieb

Finanzvertrieb ist die Bezeichnung für meist als Strukturvertrieb organisierte Finanzdienstleister, die vorwiegend Privatverbrauchern ein umfassendes Angebot an Finanzprodukten wie Versicherungen und Vermögensanlagen vermitteln (Allfinanz). Die dem Kunden gegenüber auftretenden Agenten sind im Regelfall formell selbständige Handelsvertreter, die in die Organisation eines Finanzvertriebs eingebunden sind und unter dessen Marke firmieren.

Inhaltsverzeichnis


Geschichte der Finanzvertriebe

Die Branche der “unabhängigen Finanzberater” entwickelte sich Anfang der 70er Jahre nach dem spektakulären Konkurs des umstrittenen Finanzvermittlers Investors Overseas Services (IOS), der konservative Politiker wie Ex-Vizekanzler Erich Mende als Aushängeschild genutzt hatte.http://www.brandeins.de/home/inhalt_detail.asp?id=308&MenuID=130&MagID=10&sid=su662497169675856, http://www.immo-haie.de/strukturv.html Ehemalige Spitzenmanager der IOS gründeten eigene Strukturvertriebe im Finanzbereich (Otto Witschier/OVB, Werner Kunkler/HMI, Erich Mende/Bonnfinanz, Reinfried Pohl/DVAG, Udo Keller/Tecis).
Die Objektive Vermögensberatung (OVB) machte sich als europaweit tätiger Finanzdienstleister einen Namen. Ein ähnliches Geschäftsmodell lag dem Unternehmen Bonnfinanz zugrunde, dessen Firmengründer Reinfried Pohl später die Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) aufbaute. Der personalstärkste Anbieter ist Ex-OVB-Landesdirektor Carsten Maschmeyers Allgemeiner Wirtschaftsdienst (AWD), der mit dem Mitbewerber tecis FDL Aktien-Gesellschaft zum größten Finanzdienstleister Europas fusionierte. Im Jahre 2000 kaufte der AWD-Konzern die HORBACH Wirtschaftsberatung hinzu, die sich ebenfalls wie MLP AG auf die Zielgruppe “Akademiker” spezialisiert hat.


Geschäftsprinzip

Finanzvertriebe vermitteln meist Privatverbrauchern Vertragsabschlüsse mit Unternehmen der Finanzwirtschaft. Kunden von Finanzvertrieben werden von den Vermittlern oft aus dem eigenen privaten Umfeld, am Arbeitsplatz oder an Bildungseinrichtungen angeworben. Man bietet an, die individuellen Bedürfnisse zu ermitteln, zeigt Versicherungslücken auf und wirbt für private Altersvorsorge, private Krankenversicherungen und sonstige Versicherungen und Finanzdienstleistungen.

Die gegenüber dem Kunden auftretenden Vermittler sind Versicherungsvermittler bzw. Finanzagenten, die als selbständige Handelsvertreter nach § 84 HGB für einen anderen Unternehmer Geschäfte vermitteln oder in dessen Namen abschließen. Sie unterscheiden sich von

  • Versicherungsvertretern, da sie keine Vertretungsmacht nach § 164 BGB ausüben, sondern lediglich als Handelsvertreter nach § 84 HGB Vertragsabschlüsse herbeiführen,
  • Versicherungsberatern, da sie Verträge vermitteln und nicht nur beraten, dabei ihre Beratungsleistung nicht nach § 1 Asb.1 NR. 2 RBerG dem Kunden in Rechnung stellen,http://www.bvvb.de/ sondern eine Abschlussprovision vom vermittelten Anbieter erhalten, dem sie auch zugerechnet werden,
  • Versicherungsmaklern und Finanzmaklern, da ihre Tätigkeit nicht nach § 93 HGB dem Kunden zugerechnet wird,http://verbraucherschutz.wtal.de/makler.htm sondern keine der am Vertrag beteiligten Parteien vertreten.

Bei Abschluss eines vermittelten Geschäfts werden nur der Kunde und das Finanzunternehmen Vertragspartner, nicht aber der Finanzvertrieb oder dessen Agent.


Vorteile von Finanzvertrieben

Vorteil für den vermittelten Versicherer bzw. sonstigen Finanzdienstleister:

  • kein Investitionsrisiko für Werbung, eigenen Vertrieb und Personal, da erst bei Vertragsabschlüssen Provisionen gezahlt werden,
  • haftet nur dann für Fehler des Agenten, wenn sie ihm zugerechnet werden können.

Vorteil für den Agent:

  • erhält sofort (gemeinsam mit dem Finanzvertrieb) die volle Abschlussprovision und hat mit dem weiteren Vertragsablauf und der Kundenbeziehung rechtlich nichts mehr zu tun,
  • haftet für Fehler nur im Ausnahmefall über die an anspruchsvolle Voraussetzungen geknüpfte Beratungshaftung.

Vorteil für den Finanzvertrieb:

  • spart wegen formeller Selbständigkeit der Agenten einen Großteil an eigenen Investitionen, schuldet kein Gehalt oder Lohnnebenkosten,
  • haftet nur im Ausnahmefall für Fehler des Agenten, sofern dieser überhaupt haftet.

Vorteil für den Verbraucher:

  • spart Aufwand bzw. Honorar für eine eigene Marktrecherche.


Nachteile von Finanzvertrieben aus Sicht des Verbraucherschutzes

Verbraucherschutzorganisationenhttp://www.markt-intern.de/jourservice/pm2004/pressemitteilung-040330-01-mi.htm, http://www.stiftung-warentest.de/online/geldanlage_banken/meldung/22950/22950.html, http://www.bundderversicherten.de/bdv/BdVAkt/29_11_2001.htm und Pressehttp://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/994/52942/, http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/19/0,1872,2122163,00.html, http://www.zeit.de/archiv/2002/14/200214_finanzdienstleis.xml, http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/467/62405/, http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2004/1211/immobilien/0066/index.html, http://www.zeit.de/2005/22/GS-Fondszillmerung?term=AWD, http://www.badenia-opfer.de/wiesollichdanochleben.pdf werfen in Finanzvertrieben organisierten Agenten generell vor, Verbraucher systematisch nicht bedarfsgerecht zu beraten und zu übervorteilen. Kritisiert werden vor allem die als irreführend empfundene Selbstdarstellung als objektive Berater, geringe Ansprüche an die Ausbildung sowie der systembedingte Verkaufsdruck, unter dem Agenten in Finanzvertrieben stehen.


Struktureller Interessenkonflikt

Finanzvertriebe sind Absatzorganisationen, die der Finanzindustrie gegen Provision Privatverbraucher als Kunden zuführen. Den Verbrauchern gegenüber treten die Agenten als “Berater” auf, da sie ihrem Selbstanspruch nach bei der Wahl optimaler Vertragspartner beraten (”Vermögensberater”, “Finanzberater”). Kennzeichnend für Finanzvertriebe sind deren angebliche “Objektivität” und “Unabhängigkeit”http://www.bav-verband.de/html/finanztest03_1999.html von den letztlich zu vermittelnden Finanzfirmen. Dieser Selbstanspruch kollidiert jedoch mit dem wirtschaftlichen Eigeninteresse der Finanzvertriebe und deren Agenten. Zudem sind Agenten nach § 86 HGB verpflichtet, die Interessen des Unternehmens zu wahren, was mit einer objektiven Beratung schwer zu vereinbaren ist.


Provisionsbedingter Loyalitätskonflikt

Die Agenten und deren Finanzvertriebe stellen für ihre “Beratungsleistung” dem Kunden kein Honorar in Rechnung, sondern erhalten Abschlussprovisionen von den vermittelten Unternehmen.http://www.bundderversicherten.de/bdv/tipps/druecker.htm Attraktive Produkte, die sich durch Qualität verkaufen lassen, bieten Agenten geringere Provisionen als schwache Produkte.http://www.verbrauchernews.de/finanzen/0000000914.html, http://www.noawd.net/kunden/unab_finanz_provisort.html, http://www.bonnfinanz.de/bf5/%7Eupload/images2/BF%20Presseartikel_DMEuro_Bonnfinanz.pdf Bei vielen Finanzvertrieben stehen die einzelnen Agenten zudem unter hohem Erfolgsdruck, weil sie u.a. als Vorschuss gewährte Unternehmensdarlehen tilgen müssen und bei Versagen psychologisch und gruppendynamisch abgestraft werden.http://www.exdvag.de/sekte_dvag.htm Zudem bieten “Premiumpartner” besonders umsatzstarken Vermittlern ihres Produkts Prämien wie Reisen und Sportwagen.


provisionsorientierte Tendenz zur Lebensversicherung

Für die Altersversorgung gibt es je nach Vermögensverhältnissen unterschiedliche Möglichkeiten, bei denen das Risiko, auch im Fall vorzeitiger Vertragsbeendigung, mit der benötigten Verlässlichkeit abgewogen werden muss. Finanzvertrieben wird vorgeworfen, dass sie diese Abwägung nicht angemessen vornehmen. Finanzvertriebe empfehlen standardmäßig zur Altersvorsorge den Abschluss einer Lebensversicherung, da für diese wegen der langen Laufzeit und damit umfangreichen Volumens einmalig relativ hohe Provisionen gezahlt werden. Da bei unsicheren wirtschaftlichen Verhältnissen eine großes Risiko besteht, die Lebensversicherung zu einem Zeitpunkt kündigen zu müssen, wenn der Rückkaufswert noch unter der Summe der bis zu diesem Zeitpunkt gezahlten Beiträge liegt, ist der Abschluss einer kapitalbildenden Lebensversicherung in solchen Fällen nicht bedarfsgerecht. Bei einzelnen Versicherern kann der Anteil der so frühzeitig beendeten Verträge durchaus über 30% liegen. Eine Todesfallabsicherung ist zudem kein Beitrag zur eigenen Altersabsicherung, sondern dient allein der Hinterbliebenenversorgung. Aus Provisionsinteresse werden auffällig oft unnötig lange Laufzeiten vereinbart.


Lückenhafte Beratung über Vertragsverlauf

Anders als für vom Kunden honorierte Berater besteht für provisionshonorierte Agenten kein Anreiz, auf die anfänglich sehr niedrigen Rückkaufswerte hinzuweisen, die insbesondere bei Kunden mit unsicherer Finanzlage mit erhöhter Wahrscheinlichkeit in Anspruch genommen werden müssen. Da Berater auch an der vertraglich vereinbarten dynamischen Anpassung jedesmal erneut eine Provision verdienen, werden Beitragserhöhungen von bis zu 10% empfohlen, obwohl ein derart hohes Bedürfnis mit dem vorgeblichen Auffangen von Inflationsverlusten nicht erklärt werden kann und nach dem Zinseszinseffekt langfristig zu unverhältnismäßig hohen Beiträgen führt.


provisionsorientierte Auswahl von Krankenversicherungen

In der Krankenversicherung gibt es im Markt relativ große Preisunterschiede und wegen der festen Bindung an den Versicherer für den Rest des Lebens ist ein gründlicher Marktvergleich notwendig. Dies kann der Finanzvertrieb oft nicht leisten. Finanzvertriebe bieten daher auch eher teuren Krankenversicherungen eine Möglichkeit, dennoch Kunden zu finden.


mit der Unabhängigkeit unvereinbare Werbung für eigene Produkte

Agenten von Finanzvertrieben bevorzugen nicht selten Produkte des eigenen Hauses, etwa mit Versicherern exklusiv ausgehandelte Vertragsmodelle sowie Bankdienstleistungen und Aktien des Finanzvertriebs. Manche Finanzvertriebe bieten ihren Agenten den Kauf von Unternehmensaktien an.http://www.zeit.de/archiv/2002/33/200233_mlp.xml Zur Stützung des daher im Eigeninteresse des Finanzberaters liegenden Aktienkurses ist es daher für ihn von Vorteil, langfristig hauseigene oder für das Unternehmen provisionsträchtige Produkte zu vermitteln oder noch direkter den Kauf der Unternehmensaktie zu empfehlen. Für Strukturvertriebe typisch werden Kunden sogar für eine Karriere beim Finanzvertrieb umworben (Netzwerk-Marketing), was dem Agenten mit einer Provision und ggf. Aufstieg in der Hierarchie vergütet wird.


finanzieller Druck durch Provisionskredite

Finanzvertriebe zahlen ihren als selbständige Handelsvertreter agierenden Agenten kein Gehalt. Manche gewähren anfangs jedoch üppige Vorschüsse auf noch zu erwirtschaftende Provisionen. Von diesen Vorschüssen werden neben dem Lebensunterhalt auch die Arbeitsmittel finanziert. Diese Vorschüsse sind Kredite, die durch möglichst ertragreiche Provisionen auf Kosten der Kunden abgebaut werden müssen. Kritiker betrachten diese rechtlich umstrittene Praxis als Instrument zur Verkaufsförderung.http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/122450.html Die Agenten stehen unter erhöhtem Ertragsdruck, da sie beim Ausbleiben von ausreichenden Abschlüssen Schulden machen,http://www.bav-verband.de/html/fernsehberichte_awd.html die ihnen beim Ausscheiden aus dem Unternehmen verzinst in Rechnung gestellt werden.


Verkaufsdruck durch Gruppendynamik

Bei großen Finanzvertrieben ist eine streng am Leistungsprinzip orientierte Unternehmenskultur zu beobachten.http://www.brandeins.de/home/inhalt_detail.asp?id=308&MenuID=130&MagID=10&sid=su662497169675856 Vermittler, die nicht genug “Verträge schreiben”, genießen geringeres Ansehen als Verkaufskanonen. Letztere werden mit Incentives und Reisen belohnt, steigen in der Unternehmenshierarchie auf und können an den Abschlüssen nachgeordneter Vermittler mitverdienen. Etwaige Hemmungen, Kunden ungünstige Verträge zu vermitteln, werden durch Orientierungen an der Gruppe sowie durch Motivationsseminare abgebaut. In Gerichtsurteilen wurde der Vergleich mit Sekten als zulässige Umschreibung der gruppendynamischen Prozesse innerhalb von Finanzvertrieben angesehen.http://www.exdvag.de/seite1.htm


Verflechtungen mit empfohlenen Firmen

Manche der scheinbar unabhängigen Finanzvertriebe gehören zu wesentlichen Anteilen Firmen, deren Produkte empfohlen werden. Umgekehrt halten manche Finanzvertriebe Aktien empfohlener Finanzunternehmen. Aufsichtsräte von Finanzvertrieben sitzen nicht selten auch in Aufsichtsräten großer Versicherer. Diese Verflechtungen sind mit dem Anspruch angeblicher Unabhängigkeit kaum zu vereinbaren.


Konkurrenz-Paradoxon

Es kommt in der Praxis nicht vor, dass Produkte konkurrierender Finanzvertriebe empfohlen werden, obwohl jeweils “Unabhängigkeit” und umfassende Marktkenntnis beansprucht werden, das empfohlene Produkt jeweils als das konkurrenzfähigste überhaupt angepriesen wird, was doch eigentlich dem Mitbewerber auch aufgefallen sein müsste.


Kombinationsangebote

Finanzvertriebe bieten häufig kombinierte Produkte an, die Vermögensanlage, Hinterbliebenenschutz, Berufsunfähigkeitsabsicherung, Kreditsicherungsmittel usw. verbinden. Verbraucherschützer kritisieren den Mangel an Transparenz entsprechender Angebote, deren tatsächliche Vor- und Nachteile ein Laie nur schwer beurteilen kann.http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/17/0,3672,2297489,00.html Neben einer additiven Zusammenstellung verschiedener Angebote wird manchmal auch einfach nur eine neue Produktbezeichnung gewählt, ohne dass es inhaltliche Neuerungen gibt. Provisionsträchtige Lebensversicherungen etwa werden als “Ausbildungsversicherung”, “Kindervorsorgeplan”, “Investitionssparprogramm”, “Bausparplan für Akademiker”, “Beitragssenkungsplan” usw. vermarktet. Zum Teil werden unter Verwendung von Elementen herkömmlicher Finanzdienstleistungsprodukte aber auch eigenständige Angebote mit neuen Produktmerkmalen entwickelt. Typischerweise wird jedem Kunden eine Kombination von kapitalbildender Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung angeboten,http://www.bav-verband.de/html/fernsehberichte_awd_no_2.html obwohl bei unsicherer Finanzlage des Kunden, Risikoabsicherung und Vermögensanlage besser getrennt werden. Zudem haben Kunden wie Singles oft keinen Absicherungsbedarf für den Todesfall, sondern sind nur an einer Kapitalanlage interessiert.


Personal

Die Vermittler der Allfinanzvertriebe sind keine Arbeitnehmer im Angestelltenverhältnis, sondern selbständige Handelsvertreter nach § 84 HGB (Abschluss bzw. Vermittlungsagenten).


Fachqualifikation

Finanzvertriebe setzen bei der Einstellung ihrer Agenten keinerlei anerkannten Abschluss oder sonstige spezifischen Kenntnisse voraus,http://www.stern.de/wirtschaft/finanzen-versicherung/finanzen/:Betrug-Die-Maschen-Schafe-/549990.html sondern bilden die künftigen Vermittler selbst in Schnellkursen aus. Eine Zulassung nach § 34c der Gewerbeordnung, die nur bei gewerberechtlicher Unzuverlässigkeit versagt werden kann, ist ausreichend. Viele Azubis werden bereits nach wenigen Tagen auf Akquise geschickt.http://www.aktion-robin-good.de/html/generalabrechnung.html Anders als staatlich anerkannte Abschlüsse (Finanzfachwirt, Bankkaufmann, Bankfachwirt, Versicherungskaufmann, Versicherungsfachwirt), für die mehrjährige Ausbildungen erforderlich sind, haben die bei manchen Anbietern gebotenen Abschlüsse keinen Verkehrswert. Im Gegenteil sehen entsprechende Verträge oftmals vor, dass nach Ausscheiden aus dem Unternehmen zwei Jahre lang keine konkurrierende Tätigkeit aufgenommen werden darf. Anders als Rechts-, Steuer- und Versicherungsberater unterliegen Agenten keinem Standesrecht. Die Angabe einer Tätigkeit für einen Finanzvertrieb im Lebenslauf kann bei einer Bewerbung sogar nachteilig sein. Schwerpunkt der Ausbildung ist vor allem Verkaufspsychologie wie Gesprächsführungstechniken, Antwortmanagement und NLP. Mit der Änderung des Versicherungsaufsichtsgesetzes zum 22. Mai 2007 wurden auf der Grundlage von Vorgaben des Europarechts Mindestanforderungen an die sachliche Kompetenz der Versicherungsvermittler aufgestellt, die zum 01.01.2008 durch eine Informationsverordnung zum Versicherungsvertragsgesetz ergänzt werden wird.http://www.jura.uni-muenster.de/go/organisation/fakultaetsnahe-einrichtungen/fvm/veranstaltungen/symposium.htmlhttp://de.biz.yahoo.com/28092006/299/finanzberater-unter-druck.html


Bezahlungssystem

Die oft fälschlich als Mitarbeiter bezeichneten Agenten erhalten als formell selbständige Handelsvertreter kein Gehalt, müssen für ihre Sozialversicherung selbst aufkommen und ihre Arbeitsmittel (Büromitnutzung, Sekretärin, PKW, Werbemittel), zum Teil sogar die unternehmensinterne Ausbildung selbst finanzieren. Für verbindlich vorgeschriebene Firmennotebooks mit Firmensoftware werden oft Monatsmieten von über 200,- Euro verlangt. Neben dem verpflichtenden Besuch von Fortbildungs- und Motivationsveranstaltungen müssen zum Teil auch Aktionärshauptversammlungen anteilig mitfinanziert werden.

Trotz formeller Selbständigkeit sind die Handelsvertreter dem Unternehmen gegenüber oftmals zu festen Arbeitszeiten und Urlaubsanträgen verpflichtet. Sie sind nicht gewerkschaftlich organisiert und genießen mangels Arbeitsverhältnis weder Kündigungsschutz, noch kann Arbeitslosengeld bezogen werden. Viele Finanzvermittler zahlen gehaltsähnliche Vorschüsse,http://www.kanzleijakobs.de/PR_WI_27032006.htm die bei Beendigung der Partnerschaft verzinst zu erstatten sind, sofern sie nicht durch ausreichende Abschlussprovisionen getilgt worden sind. Berufseinsteiger verschulden sich typischerweise und geraten daher unter Erfolgsdruck.http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,443046,00.html, http://www.boerse-online.de/tools/ftd/1432777.html, http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/services/nachrichten/ftd/UB/122450.html Einem stark verschuldeten Agenten droht ggf. ein Entzug seiner Beratungserlaubnis nach § 34c Abs. 2 Gewerbeordnung.


Unternehmenskultur

Obwohl die Agenten formell selbständig sind, wird meist eine Art Unternehmenskultur gepflegt. Die Finanzvertriebe bieten Fachseminare an attraktiven Urlaubsorten und schwören ihr Personal bei Veranstaltungen auf das Unternehmen ein. Zum Teil bieten sie ihren Agenten den Kauf von Firmenaktien auf Firmenkredit an. Innerhalb der Geschäftsstellen orientiert sich der Status des einzelnen in der Gruppe vor allem an dessen Ertragsleistung, wodurch gruppendynamischer Erfolgsdruckhttp://www.exdvag.de/sekte_dvag.htm aufgebaut wird. Erfolgreiche Agenten können in der Hierarchie aufsteigen und an den Abschlüssen von nachgeordneten Vermittlern mitverdienen.


Fluktuation

Bei den Finanzvertrieben ist eine überdurchschnittlich hohe Fluktuation zu beobachten, die bisweilen 80% eines Jahrgangs betrifft. Diese liegt schon deshalb in der Natur der Sache, weil beim Berufseinstieg keine Fachqualifikation vorausgesetzt wird, die firmeninterne Ausbildung oft unzureichend isthttp://www.brandeins.de/home/inhalt_detail.asp?id=308&MenuID=130&MagID=10&sid=su662497169675856 und sich Talent im Umgang mit Menschen sowie Geschäftstüchtigkeit oft erst in der Praxis erweisen. Um das Soll zu erfüllen werben angehende Agenten oft Familienmitglieder und Freunde als Versicherungsnehmer, wozu sie bei einigen Firmen sogar direkt aufgefordert werden. Die Geschäftstüchtigkeit im Bekanntenkreis belastet nicht selten Privatbeziehungen, was zu Frustration führt. Hat ein mäßig talentierter Kandidat sein Bekanntenpotential erschöpft, wird er für die Firma uninteressant. Auch für die Anwerbung eines neuen Agenten (und damit dessen Bekanntenkreises) zahlen die Finanzvertriebe eine Provision. Da oftmals die Ausbildungskosten vom angehenden Agenten selbst getragen werden müssen und Zinsansprüche für Vorschusskredite entstehen, verdienen Finanzvertriebe auch an erfolglosen Kandidaten. Für den Finanzvertrieb entstehen mangels Gehaltsforderung und Kündigungsschutz kaum Kosten und Risiken, während der angehende Agent bei Misserfolg mit den Kosten der Partnerschaft belastet wird.


PR- und Lobbytätigkeit

Finanzvertriebe und Versicherungswirtschaft profitieren nach Ansicht von Kritikern vom öffentlichen Misstrauen in staatliche Vorsorge- und Gesundheitssysteme,http://www.nachdenkseiten.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&parent=5&idcat=44&idart=1297 auf deren Schwächen die Finanzindustrie ausgiebig hinweisthttp://www.nachdenkseiten.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&parent=2&idcat=6&idart=370 und entsprechende PR lanciert.http://www.nachdenkseiten.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&parent=5&idcat=54&idart=1316 Tatsächlich aber sind sie an Gesetzgebung und öffentlicher Wahrnehmung derselben nicht unbeteiligt: In Spitzenpositionen der DVAG werden Ex-Politiker der Regierung Kohl alimentiert; der AWD (Sitz: Hannover) finanzierte seinerzeit Gerhard Schröders Landtagswahlkampfhttp://www.zeit.de/archiv/2002/14/200214_finanzdienstleis.xml und übernahm dessen Regierungssprecher Bela Anda; MLP schickt den Erfinder der Rürup-Rente, Bert Rürup, ausgiebig auf Vortragsreise. Die Verflechtungen der Finanzindustriehttp://www.nachdenkseiten.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&parent=5&idcat=44&idart=1276, http://www.nachdenkseiten.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&parent=5&idcat=28&idart=174 mit der Politik werden oft auch als Ursache für die zurückhaltende Verbrauchergesetzgebung in diesem Bereich angesehen.Nachdenkseiten


Weblinks

  • DIE ZEIT, 03.08.2006: “Guter Rat ist billig”
  • Checkliste des Tagesspiegel
  • ZDF
  • Brandeins
  • BAV
  • Nachdenkseiten
  • Geprellte Strukkis


Literatur

  • Dahm, Wolfgang: Beraten und Verkauft (1996)
  • Freiberg, Till : Die Abzocker. Ein Finanzberater packt aus. (2003)
  • Klingebiel, Jens: Hau rein oder hau ab! (2005)
  • Sanders, Conny: Geprellte Strukkis. … denn Sie wissen nicht, was sie tun! (2006)


Quellen


Siehe auch

  • Finanzielle Allgemeinbildung
  • Finanzberater
  • Lebensversicherung
  • Strukturvertrieb

Flüstern & SCHREIEN

flüstern und SCHREIEN – Ein Rockreport 1988 ist ein Dokumentarfilm von Regisseur Dieter Schumann, der Einblicke in die Underground-Musikszene der DDR zeigt. Es entstehen mit den Jahren 3 Teile.

Zu sehen sind Interviews und Live-Ausschnitte von Konzerten unter anderem mit den Bands: Silly, Sandow, Feeling B und Chicoree (Dirk Zöllner/Die Zöllner)
In diesem Film kommen neben den Musikern auch die Fans der Bands und Jugendliche aus verschiedenen Lebensumfeldern und Szenen zu Wort.

Der Film Flüstern und Schreien 2 wird im Jahr 1994 erstmals im ORB gesendet. Die Dokumentation greift schwerpunktmäßig die Entwicklung von Feeling B und Sandow nach der Wende auf, der Zuschauer erlebt die Geburtsstunde von Rammstein.

Achtung wir kommen. Und wir kriegen Euch alle, eine Art Flüstern und Schreien - Teil 3, kommt 2001 heraus. Neben Feeling B, Rammstein und Die Skeptiker kommen auch jüngere Formationen wie In Extremo zu Wort.


Weblinks

  • Achtung! Wir kommen.

Christliche Seefahrt

Mit dem Begriff Christliche Seefahrt wird seit dem 17. Jahrhundert umgangssprachlich die Handelsschifffahrt / Kauffahrteischiffahrt als Teilbereich der Seefahrt benannt. Man unterscheidet demnach diese Art der Schifffahrt von der Marine und von der Passagierschifffahrt.

Ursprünglich bezog sich dieser Begriff auf die relativ ausgeprägte Glaubensstärke der Seefahrer zu dieser Zeit. Heute hat er jedoch nichts mehr mit der konfessionellen Einstellung der Seeleute zu tun.

Haftentschädigung

Eine Haftentschädigung wird für im Nachhinein als vollständig oder im Wesentlichen unschuldig befundene Personen gezahlt, die eine Freiheitsstrafe verbüßten.

Die Entschädigung erfüllt die Funktion eines Schadensersatzes oder Schmerzensgeldes. Sie ist im “Gesetz über die Entschädigung für Strafverfolgungsmaßnahmen” (StrEG) geregelt und beträgt nach §7 11 Euro für jeden angefangenen Tag der Freiheitsentziehung. Zusätzlich kann Entschädigung für Vermögensschaden geleistet werden, wenn der nachgewiesene Schaden den Betrag von 25 Euro übersteigt und der Schaden nicht ohne die Strafverfolgungsmaßnahme eingetreten wäre.

Eine Entschädigung für Haft und Verfolgung in der DDR kann aufgrund des “Gesetz über die Rehabilitierung und Entschädigung von Opfern rechtsstaatswidriger Strafverfolgungsmaßnahmen im Beitrittsgebiet” (Strafrechtliches Rehabilitierungsgesetz - StrRehaG) beantragt werden, wenn diese auf der strafrechtlichen Entscheidung eines staatlichen deutschen Gerichts in dem in Artikel 3 des Einigungsvertrages genannten Gebiet (Beitrittsgebiet) aus der Zeit vom 8. Mai 1945 bis zum 2. Oktober 1990 beruht, die mit wesentlichen Grundsätzen einer freiheitlichen rechtsstaatlichen Ordnung unvereinbar ist. Die grundsätzliche Kapitalentschädigung beträgt 600 Euro je angefangenen Monat einer Freiheitsentziehung, was einem Tagessatz von ca. 20 Euro entspricht.


Weblinks

  • Bundesministerium der Justiz Gesetz über die Entschädigung für Strafverfolgungsmaßnahmen (StrEG)
  • Bundesministerium der Justiz Gesetz über die Rehabilitierung und Entschädigung von Opfern rechtsstaatswidriger Strafverfolgungsmaßnahmen im Beitrittsgebiet (Strafrechtliches Rehabilitierungsgesetz - StrRehaG)

Etan (Bibel)

Der Name Etan (hebräisch: איתן , dt. „stark“) findet sich in der Bibel insgesamt acht mal.

Im 1. Buch der Könige () wird ein Weiser mit dem Namen Etan der Esrachiter genannt. Der Psalm 89 trägt den Titel Ein Weisheitslied Etans, des Esrachiters. Er gilt daher als Autor des Psalms.

Im 1. Buch der Chronik werden mehrere Männer namens Etan genannt (1 Chr 2:6 und 2,8; 1 Chr 6,27 und 6,29). Einer von ihnen war Spieler der Zimbel am Hofe König Davids (1 Chr 15,17 und 15,19).

Fernstraße

Der Begriff Fernstraße ist eine Sammelbezeichnung für bestimmte Verkehrsweg. In Deutschland fallen unter diesen Begriff Autobahnen und Bundesstraßen.

Gesetzliche Grundlage für Fernstraßen bildet das Bundesfernstraßengesetz.

Siehe auch: Fernverkehrsstraße, Verkehrsinfrastruktur, Highway, Nationalstraße

Rechtsöffnung

Mit der Rechtsöffnung wird im Schweizer Rechtssystem im Betreibungsverfahren der vom Schuldner erhobene Rechtsvorschlag beseitigt, sodass die Betreibung (Zwangsvollstreckung) weitergeführt werden kann.

Falls die Forderung unmittelbar auf ein Gerichtsurteil oder einem Urteil gleichgestellten Titel beruht so kann der Gläubiger in einem vereinfachten Verfahren beim Richter gemäss Art. 80 SchKG direkt die definitive Rechtsöffnung beantragen. Dagegen kann der Schuldner nur vorgehen, wenn er die Tilgung oder Stundung der Schuld durch Urkunden beweisen kann oder die Forderung bereits verjährt ist.

Ist eine öffentliche Urkunde oder eine unterschriftliche Schuldanerkennung (bspw. ein Vertrag) vorhanden, so kann ebenfalls in einem vereinfachten Verfahren die provisorische Rechtsöffnung im Sinne von Art. 82 SchKG beantragt werden. Wird die provisorische Rechtsöffnung erteilt, so hat der Schuldner 20 Tage Zeit, in einem ordentlichen Prozess auf Aberkennung der Forderung klagen.

Ist weder ein definitiver, noch ein provisorischer Rechtsöffnungstitel vorhanden, so muss der Gläubiger seinen Anspruch in einem ordentlichen Verfahren geltend machen und gleichzeitig vom Gericht die Entfernung des Rechtsvorschlages beantragen (Art. 79 SchKG).

Gemäss der Schweizer Gesetzgebung ist die Rechtsöffnung der erste Moment, an dem im Betreibungsverfahren überhaupt Beweise vorgelegt werden müssen. Der Gläubiger kann nämlich grundlos die Betreibung einleiten (auch wenn es gar keine Schuld gibt) und der Schuldner kann auch gegen eine an sich rechtmässige Forderung den Rechtsvorschlag erheben.


Situation in anderen Ländern

Die Rechtsöffnung nach Schweizer Recht hat im deutschen Zivilverfahren keine unmittelbare Entsprechung.

Potenzialfunktionmethode

Die Potenzial- bzw. Potenzialfunktionmethode ist eine Verfahrensweise der amortisierten Laufzeitanalyse.

Ziel dabei ist es, jeder Operation auf der betrachteten Datenstruktur einen mittleren Kostenwert zuzuweisen, um über diese die erwartete Laufzeit einer beliebigen Folge von Operationen nach oben abzuschätzen.
Im Unterschied zur Bankkonto-Methode werden die Kosten <math>a_i</math> einer Operation <math>Op_i</math> nicht im Voraus festgesetzt, sondern hergeleitet.
Hierzu wird eine Potenzialfunktion <math>\Phi: D_i \to \mathbb{N}</math> eingeführt. Diese ordnet jedem inneren Zustand <math>D_i</math> der Datenstruktur ihr Potenzial zu.
Seien <math>c_i</math> nun die maximalen realen Kosten der Operation <math>Op_i</math>, so ergibt sich der amortisierte Aufwand <math>a_i</math> als:

<math>a_i = c_i + \Phi(D_i) - \Phi(D_{i-1})</math>

Gilt nun, dass das Potenzial des Initialzustandes <math>D_0</math> für alle Operationen <math>Op_i</math> einer beliebigen Operationenfolge nie unterschritten wird:

<math> \forall i \in \{1,\dots,n\}: \Phi(D_0) \le \Phi(D_i)</math>

Dann ist die Summe der realen Kosten nie höher als die der amortisierten Kosten:

<math>\sum_{i=1}^n c_i \le \sum_{i=1}^n a_i</math>

Existiert nun eine Konstante <math>C</math>, welche die obere Grenze der amortisierten Kosten jeder Operation angibt:

<math> i \in \{1,\dots,n\}: a_i \le C</math>

So können die Gesamtkosten der Operationenfolge mit <math>n</math> Operationen mit:

<math>\sum_{i=1}^n c_i \le n \cdot C</math>

angegeben werden.

Uredospore

Uredosporen werden von Rostpilzen gebildet. Dieser Sporentyp sorgt für eine massenhafte Ausbreitung des Pilzes im Sommer. Die Sporen entstehen in Uredosporenlagern an der Wirtspflanze; an nur einer befallenen Pflanze werden Millionen von Uredosporen gebildet. Diese werden dann mit dem Wind verbreitet und infizieren sofort neue Wirtspflanzen an denen wiederum nach ca. 3 Wochen neue Uredolager gebildet werden.
Uredosporen sind mit zwei haploiden Kernen ausgestattet (dikaryont) und entstehen durch Mitose (es handelt sich also um Mitosporen).
Gegen Herbst wird die Bildung der Uredosporen eingestellt und in den Uredolagern werden dann die Teleutosporen gebildet.
Nicht alle Rostpilze entwickeln Uredosporen: z. B. Gymnosporangium sabinae (=Birnengitterrost) oder Puccinia malvacearum (Malvenrost) überspringen dieses Stadium.

Handlungskosten

Die Handlungskosten sind jene Kosten, welche in Handelsunternehmen anfallen, um Handelsleistungen zu erbringen. In Fertigungsunternehmen entsprechen diese Kosten den Vertriebs- und Verwaltungsgemeinkosten.

Sie setzen sich zusammen aus:

  • Kosten der Angebotszusammenstellung (z. B. Suchen und Finden möglicherweise nachgefragter Artikel),
  • Raumkosten (Einkaufsstätte im stationären Handel, Verkaufswagen im mobilen Handel oder Webspace im elektronischen Handel),
  • Lagerkosten (Lagerfläche, Lagerverwaltung und Lagergut)
  • Mitarbeiter (z. B. in der Regalbestückung, der Versandlogistik oder der Verkaufsberatung) sowie diesbezügliche Nebenkosten (Urlaub, Krankheit, Weiterbildung usw.),
  • Werbungskosten (z. B. Prospekte, Werbebanner),
  • Verpackung (Neu- oder Umverpacken von Waren),
  • Abschreibungen,
  • Fuhrpark,
  • Verwaltungskosten,
  • Steuern und sonstige Kosten.

Handlungskostenzuschlag in % = <math> \frac{Handlungskosten}{Einstandspreis}*100</math>

Die Summe aus Bezugspreis und Handlungskostenzuschlag ergeben die Selbstkosten im Handel.


Siehe auch

  • Handelskalkulation

Wärmedurchgang

Wärmedurchgang wird die Wärmeübertragung von einem Fluid durch eine Wand auf ein anderes Fluid genannt. Er umfasst die Teilbereiche:

  • Wärmeübergang von Fluid 1 auf die Wand
  • Wärmeleitung durch die Wand
  • Wärmeübergang von der Wand auf Fluid 2

Formel: Q = U · A · ΔT

(Q = Wärmemenge, U = Wärmedurchgangskoeffizient (auch Wärmedämmwert, U-Wert, früher k-Wert), A = Oberfläche, ΔT = Temperaturdifferenz)


Siehe auch

  • Wärmeübergangskoeffizient

Tilgungsplan

Unter einem Tilgungsplan versteht man im Zusammenhang mit einer Immobilienfinanzierung die zeitliche Darstellung einer Darlehensrückzahlung über die gesamte Laufzeit hinweg bis zur restlosen Tilgung der Darlehensschuld.

Banken, Sparkassen und Bausparkassen sind verpflichtet, einen Zins- und Tilgungsplan zu erstellen und ihren Kunden zur Verfügung zu stellen. Dieser Plan muss mindestens folgende Punkte enthalten:

  • Kreditart
  • Kredithöhe
  • Zinssatz (nominal und effektiv)
  • Zins- und Tilgungsraten
  • eventuell Vereinbarungen zur Tilgungsaussetzung


Siehe auch

Kredit, Kreditsicherheiten, Kreditantrag


Weblinks

  • http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/verbrkrg/index.html
  • Onlineberechnung eines Tilgungsplans
  • Verschiedene Onlineberechnungen eines Tilgungsplans z.B. mit Sondertilgungen

Cromalin

Cromalin® ist ein von DuPont entwickeltes Farbprüfverfahren, das im Jahre 1972 in den Markt eingeführt wurde. Mit Hilfe des Verfahrens kann das farbliche Ergebnis eines Drucks vorab überprüft werden (d.h. ohne dass bereits gedruckt werden müsste). Eine solche Vorabprüfung kann durch Andruck, Analogproof oder Digitalproof geschehen, für den Fall des Analogproofs ist Cromalin das gängigste Verfahren.

Ein belichteter Film wird dabei auf Spezialpapier übertragen. Die Ergebnisse sind farbverbindlich und sehr nahe am Druck. In der Ausgangsdatei enthaltene Fehler können so bereits vor der Drucklegung entdeckt und gegebenenfalls ausgebessert werden.

Inzwischen werden solche Vorabüberprüfungen aber meist per Digitalproof vorgenommen.


Siehe auch

  • Proof (Druck)


Weblinks

  • Informationen auf den DuPont-Websites zum Produkt (englisch)

Umschuldung

Als Umschuldung wird die Begründung einer neuen Schuld zur Begleichung einer bestehenden Schuld bezeichnet. Bei gefallenen Zinsen ist es für einen Darlehensnehmer etwa günstiger, einen unter schlechteren Zinsbedingungen abgeschlossenen Kredit durch die Aufnahme eines neuen, zinsgünstigeren Kredits vorzeitig zu tilgen.

Eines der Ziele einer Umschuldung ist die Wiederherstellung der Kreditwürdigkeit, um so die Möglichkeiten für neue Kredite zu niedrigeren Zinssätzen zu schaffen. Dies gilt vor allem bezogen auf die, im relativen Verhältnis zu Industrienationen, sehr hohen Auslandsschulden der Entwicklungsländer.


Weblinks

  • Berechnung des Vorteils eine Kreditablösung

Modifikabilität

Als Modifikabilität (”Variationsbreite”) bezeichnet man die umweltbedingte Variabilität in der Genetik. Die unterschiedlichen Formen nennt man Modifikationen (nicht- erbliche Varianten). Die Modifikation kann kontinuierlich (fließend) und diskontinuierlich (umschlagend, alternativ) sein.