Eine Bad Bank (engl., frei übersetzt „schlechte Bank“) ist eine Bank, die besonders viele Schuldner hat, deren Kreditrückzahlung unwahrscheinlich ist.
Grundlage
Eine Bank sammelt Geld ein und vergibt Kredite. Sie besitzt also Anleger und ist selbst Anleger. Dadurch wird die Bank zum delegated monitor. Delegated Monitor bedeutet, dass die Bank für ihre Anleger die Kredite überwacht, die sie vergibt.
Somit ist die Bank einerseits dem Anleger, ihrem Gläubiger, verpflichtet, andererseits ist die Bank selbst wiederum Gläubiger des Kreditnehmers. Die Bank nimmt also das Risiko der Kreditvergabe auf sich.
Eine Bank vergibt nicht nur an einen Schuldner Kredite, sondern an viele. Sie vergibt demnach ein sogenanntes Kreditportfolio. In diesem Kreditportfolio gibt es verschiedene Arten von Schuldnern: solche, die ihren Kredit zurückzahlen wollen und können, aber unter Umständen auch solche Schuldner, die niemals in der Lage sein werden, ihren Kredit abzuzahlen.
Definition
Vereint eine Bank besonders viele Schuldner in ihrem Kreditportfolio, deren Kreditrückzahlung unwahrscheinlich ist, nennt man diese Bank auch Bad Bank.
Eine Bad Bank kann auch entstehen durch die systematische Übernahme von schlechten Krediten zur Entlastung des bestehenden Geschäftsbankensystems.
Zumeist entstehen Bad Banks durch schlechte Aufsicht des Staates. Die EU versucht durch neue Gesetzgebung eine weitere Verbesserung der europäischen Verhältnisse zu erreichen.
Oft sind aber auch halbstaatliche bzw. staatliche Kreditinstitute Bad Banks, da die öffentliche Hand versucht, wirtschaftspolitisch über ihre eigenen Banken zu agieren.
Situation
Unter Bad Banks leiden vor allem Entwicklungsländer, Schwellen- und Transformationsländer.
Beispielhaft kann man hier Chinas Bankensystem nennen: der Staat versucht, durch gezielte Kreditvergabe seine maroden Staatsbetriebe am Leben zu erhalten. Eine Rückzahlung der vergebenen Kredite ist zumeist nicht zu erwarten; Ursachen hierfür sind nicht nur politisch motivierte Kredite, sondern auch Missmanagement und Korruption. Stattdessen versucht die chinesische Regierung, die Kredite mit hoher Ausfallwahrscheinlichkeit selbst abzubezahlen. Ziel dieser Kredittilgungen ist, das Banksystem zu stützen und den Umbau in ein echtes Geschäftsbanksystem voranzutreiben. Zudem soll der chinesische Bankenmarkt für ausländische Investoren interessanter werden.<ref>China will wieder einmal seinen Banken helfen. FAZ Nr. 5, 7. Januar 2004, Seite 16</ref>
So investierte China von 1998 bis 2003 ca. 200 Milliarden Dollar in das Bankensystem der Volksrepublik, um Kredite zu tilgen. Im Jahre 2004 wurden Kredite der Bank of China und der China Construction Bank, zwei der größten Banken, in Höhe von 45 Milliarden US-Dollar getilgt. Und eine Schätzung der aktuellen faulen Kredite in China geht von bis zu 400 Milliarden US-Dollar aus.
Aber auch in Deutschland gibt es Bad Banks:
hier ist vor allem die Verwaltungsstruktur der Sparkassen zu nennen. Im Regelfall hat dort die Regionalpolitik erheblichen Einfluss, so dass Kredite unter politischen Gesichtspunkten vergeben werden können.
Im gesamten deutschen Geschäftsbankensystem haben sich - vor allem nach der Wiedervereinigung - ca. 400 Milliarden Euro an faulen Krediten angesammelt, vergleichbar mit der Situation in China, s.o. Deshalb wurde in den vergangenen Jahren wiederholt die Gründung einer Bank zur Abwicklung dieser Kredite diskutiert, um das System zu sichern und die Banken zu entlasten.
Quellen
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